KGV
Kleingärtnerverein
Stuttgart-Gablenberg e.V.

Unsere Geschichte

Vom Selbstversorgergarten zur Familienoase

Seit bald 80 Jahren (im Jahr 2027) gibt es den KGV am Gänswald und Rennweg. Besonders ist die zweigeteilte Lage der Vereinsgärten – am Gänswald entlang des Gablenberger Weges, und am Rennweg auf der Waldebene Ost.

Lagekarte der Gartenanlagen Gänswald und Rennweg
Kartendaten: © OpenStreetMap contributors

1947

Der Zweite Weltkrieg hatte Stuttgart stark getroffen. Doch zahlreiche Fliegerbomben verfehlten die Innenstadt, sie zerstörten große Teile des steilen Waldhangs. Die Menschen litten Hunger zwischen den Trümmern und Schuttbergen, so dass das Forstamt 1946 die Freifläche zunächst an Mütter mit Kindern verpachtete, damit diese sich mit Gemüse und Obst selbst versorgen konnten.

Der Kleingärtnerverein Ostheim verwaltete zunächst die Gärten, was den Beteiligten bald zu viel wurde. Und so gründeten die Gablenberger 1947 ihren eigenen Kleingartenverein. Hermann Ruess war der Erste Vorsitzende – ihm zu Ehren ist ein Weg zwischen den Gänswald-Parzellen nach ihm benannt.

Anfangs hatte die Gesamtanlage 135 Gärten. Heute sind es 63. Vor allem dem Bau der Merz-Schule an der Geroksruhe fielen zahlreiche Gärten zum Opfer. Aber auch der Wald selbst erobert sich die Flächen zurück, so dass in den vergangenen Jahren am Rennweg zahlreiche Parzellen aufgegeben und dem Wald zurückgegeben wurden.

Luftbildaufnahme der Gartenanlage um 1960
Luftbildaufnahme um 1960 (Quelle: Geoportal BW)

Gemeinschaft leben

Nachdem zu Beginn die Selbstversorgung oberstes Ziel war, spielte in den 1950er-Jahren das Vereinsleben eine immer größere Rolle. Ausflüge ins Allgäu, nach Österreich und in die Schweiz waren gut besucht. Ein vereinseigener Kegelclub traf sich regelmäßig. Die Menschen schätzen die Gemeinschaft in ihren Gärten. Und so wurden 1960 auch die ersten Gartenhäuser in Gemeinschaftsarbeit gebaut.

1954, als die Lagerhütte des Vereins am Rennweg für die Merz-Schule gekündigt wurde, entstand im Gänswald das erste Vereinsheim – noch mehr Lager für Geräte und Düngemittel, aber schon mit einem Nebenzimmer für die Mitglieder, um auch vor Ort zusammen zu kommen. Das kam gut an und so wurde Ende 1950er-Jahre eine Vereinsheim geplant und 1959 in Gemeinschaftsarbeit gebaut.

Gruppenfoto des KGV um 1960
Quelle: Vereinschroniken des KGV Stuttgart-Gablenberg e.V.

Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude um Theke, Küche und Terrasse erweitert. So wie es heute besteht erfolgte der Umbau 1989/1990. Viele Jahrzehnte bewirtschafteten feste Mitglieder das Vereinsheim. Es war jeden Mittwoch und am Wochenende geöffnet. Regelmäßige Öffnungszeiten gibt es heute nicht mehr – wenn sich Mitglieder bereit erklären Kuchen zu backen und ein warmes Menü zu kochen, ist das Vereinsheim samstags bewirtet.

Häusle bauen, Feste feiern

Nicht nur ein Vereinsheim für alle wurde gebaut. Auch entstanden in den 1960er-Jahren die ersten Gartenhäuser, ebenfalls in Gemeinschaftsarbeit.

Auch wurden erste Wasserleitungen verlegt und Zäune errichtet. Nach der Arbeit wurde gefeiert – großer Sommerfeste, Kinderfeste und Kletterbaum und jedes Jahr wurde auf dem heutigen Hermann-Ruess-Weg (benannt nach einem ersten Vereinsvorstand) ein Maibaum aufgestellt. In den 1980er-Jahren schlossen sich die Frauen zusammen, trafen sich zum basteln, organisierten Flohmärkte, Tombola und Weihnachtsmärkte auf dem Vereinsgelände.

Heute sind die großen Gemeinschaftsfeste zwar kleiner geworden. Doch jedes Jahr findet eine Pflanzentauschbörse statt, wird zum Vatertagsfrühstück, Kürbisschnitzen oder Winterwanderung geladen und organisieren die Vereinsmitglieder Schnittunterweisungen und Vorträge mit Profis.